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Lifestyle
04.04.2022

Woher kommt der Schokoladenhase und co.?

Zu Ostern essen wir Schoggihasen, Eier, Ostertauben, Osterlämmer – doch was hat es auf sich mit diesen Spezialitäten. Bild: Pixabay
Woher kommen aber all die Essensbräuche zu Ostern, welche wir Jahr für Jahr praktizieren, ohne sie gross zu hinterfragen? Warum essen wir Schoggihasen, wenn es doch ursprünglich um die Kreuzigung von Jesus Christus ging?

Überall stehen sie wieder – die Osterhasen. In allen Läden und Konditoreien ist das Osterprogramm wieder in vollem Gange. Viele freuen sich auf das nächste «Eiertütschis», die feinen Osterküchlein, aber auch an den obligaten Prosecco am Osterbrunch. Manch einer greift sich aber an den Kopf und sieht darin nur Kommerz.

Der Pessimist hat tatsächlich ein bisschen Recht. Die Ostergeschichte kennen eigentlich alle Menschen; der Karfreitag, die Kreuzigung, die Auferstehung und dann nach 40 Tagen die Auffahrt. Doch andere Frage, woher kommen all die Essenbräuche zu Ostern? Warum essen wir Schoggihasen, wenn es doch ursprünglich um die Kreuzigung von Jesus Christus ging?

«Schoggihasen»

An Ostern liegt der Hase nicht im Pfeffer, nein, er bringt Eier und entstand ursprünglich im 17. Jahrhundert durch eine «Satyre» des deutschen Mediziners und Botanikers Georg Franck von Franckenau. Franckenau beschrieb in seinem Buch «De ovis paschalibus – von Oster-Eyern», dass der Osterhase in der Fauna von Pfalz seine Eier versteckte – und das alles zur Belustigung der Erwachsenen.

Heute kennt man den pelzigen Freund aus Schokolade mit seinem Eierkorb vor allem aus den Ladengeschäften, besser gesagt aus den Konditoreien. Bekannt sind die klassischen Lindt-Hasen oder auch die exquisiten Schoggihasen vom Honold am Rennweg in Zürich. Sie sind wunderschön zum Verschenken.

Colomba Pasquale – Ostertaube

Die Taube im Zusammenhang mit Friede und Religion – eine Allegorie, welche nur allzu schön aufgeht und daher auch im Osterkontext viel Sinn stiftet.

Allerdings ist die Tradition ausnahmsweise nicht aus dem deutschen Sprachraum stammend, sondern aus dem mittelalterlichen Italien. Laut der Legende liegt der Ursprung des Gebäcks aus Weizen-Sauerteig in der Schlacht von Legnano im Jahre 1176. Den Erzählungen zufolge sollen damals bei den Mailänder Truppen zwei Tauben gelandet sein, was von den meisten Beteiligten als «göttlicher Beistand» gedeutet wurde.

Ob göttlich oder nicht, sündhaft gut sind die mit Hagelzucker bepackten Backwaren trotzdem.

Das Lamm Gottes

Das Lamm war schon vor der Ausbreitung des Christentums ein Zeichen der Unschuld. Nicht selten wurden darum auch in biblischen Geschichten Lämmer geopfert und die Semantik kurzerhand auf Jesus als «Lamm Gottes» übertragen. Da sich Jesus auch im übertragenden Sinne für die Menschheit opferte und an Ostern gekreuzigt wurde, ist die Tradition mit den Lämmern natürlich auch nicht weit hergeholt.

Ob als zarter Lammbraten oder als süsses Mandelgebäck; das Osterlamm ist immer noch ein Renner.

«Osterchüechli»

Ob mit Reis oder Griess, Rosinen oder Schokolade, das Osterchüechli ist ein Gaumenschmaus und in den meisten Fällen auch kein öder Einheitsfladen.

Der Osterkuchen oder Osterfladen, so wie wir ihn heute in der Schweiz kennen, wurde der Sage nach von der Basler Arztgattin Anna Wecker im Jahre 1598 durch ihr Kochbuch «Ein köstlich new Kochbuch» erstmals populär.

Erwerben kann man die modernen Interpretationen des Basler Osterkuchens heute in allen Bäckereien.

Ostereier in allen Varianten

Ostereier gibt es aus Gips, Plastik, Holz, Glas, Pappe und jedem erdenklichen Baumaterial. Doch bei den meisten Menschen lösen solche Naturplagiate eher ein müdes Lächeln statt Euphorie aus. Am besten schmecken speziell bemalte Eier mit Inhalt am Osterbrunch.

Die Mythologie des Eies ist leicht erklärt. Das Ei steht für Auferstehung und Fruchtbarkeit. Im 14. Jahrhundert schien sich das Wort «Osterei» erstmals zu etablieren. Deutsche Bauern mussten damals an Ostern jeweils ihren Grundherren einen Pachtzins in Form von Eiern auszahlen. Ungefähr zwei Jahrhunderte später wurde dann erstmals von roten Eiern bei der österlichen Speisenweihe in der Kirche berichtet.

Eingefärbte Eier kaufen kann man wahrlich überall, doch am meisten Spass macht es doch, sie selber einzufärben. Am besten geht man dazu zum Bauern oder Eierhändler des Vertrauens und kauft grosse, schöne Freilandeier von glücklichen Hühnern. Wer keine standardmässigen Hühnereier einfärben will, kann selbstverständlich auch Gänse- oder Wachteleier bemalen.

Oster-Ess-Bräuche beibehalten

Die meisten Oster-Ess-Bräuche sind nicht nur purer Kommerz sind, sondern auch kulturelle und religiöse Relikte aus vergangenen Zeiten sind, welche nicht aussterben dürfen, sondern lieber ausgiebig zelebriert werden sollten.

Goldküste24 wünscht Ihnen ein wunderschönes Osterfest!

Patricia Rutz/Goldküste24