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Gottlieben
08.01.2026

Literaturhaus Thurgau: 50 Jahre „Häutungen“ von Verena Stefan – eine Inszenierung

Bild: Brigitta Hochuli
Am Donnerstag, 15. Januar, eröffnet das Literaturhaus Thurgau die neue Saison mit der Inszenierung „brüten wir die welt neu aus“ - 50 Jahre „Häutungen“ von Verena Stefan.

Aus dem Gesamtwerk von Verena Stefan hat Tabea Steiner Zeilen, Zitate und Auszüge erlesen, die sich, neu zusammengesetzt, zu einem sprachlichen Gewebe fügen. Während Kathrin Veith den Text aufklingen lässt, reichert ihn Dinah Wernli mit Farbe an. Stoffe fliessen, und aus Bewegung, Sprache und Strukturen schlüpft schliesslich, für einen Moment, Verena Stefans literarische Welt.

Die Inszenierung »brüten wir die welt neu aus« – ein Zitat aus »Häutungen« – bringt dieses Werk als sprachliches Arrangement auf die Bühne. „Häutungen“ ist das Debüt der 2017 in Montreal verstorbenen Autorin Verena Stefan. Mit einer halben Million verkaufter Exemplare war es ein grosser Erfolg. Autorinnen wie Ruth Schweikert oder Jessica Jurassica nehmen den Reichtum dieser Sprache auf und setzen den Dialog fort.

„Häutungen“ ist auch 50 Jahre nach Erscheinen von bestechender Aktualität und Qualität. Verena Stefan zeichnet darin die untrennbaren Verbindungslinien zwischen Sexualität, Körperlichkeit und Begehren nach, über die sich Machtverhältnisse und hierarchische Gefüge konstituieren. Gleichzeitig entwirft sie mit einem Mix von autobiographischen Aufzeichnungen, Gedichten, Träumen, Analysen ein poetisches Verfahren, mit dem sie den weiblichen Körper mit einer Sprache aus „Hautworte[n]“ neu einkleidet.

Verena Stefan, geboren 1947 in Bern, arbeitete als Schriftstellerin, Übersetzerin und Dozentin für kreatives Schreiben viele Jahre in Berlin und (West-)Deutschland. Mit dem Prosaband „Häutungen“ gelang ihr 1975 der literarische Durchbruch. Es folgten u. a. „Es ist reich gewesen“ (1993), „Rauh, wild und frei. Mädchengestalten in der Literatur“ (1997) und „Fremdschläfer“ (2007). „Häutungen“ ist ein in viele Sprachen übersetzter Bestseller feministischer Literatur geworden. Ab 2000 lebte die Autorin in Montreal.

Begrüssung: Karsten Redmann

Szenische Lesung: Kathrin Veith
Illustration, Farbe, Stoff: Dinah Wernli
Inszenierung: Anouk Gyssler & Maia Bagat
Konzept: Tabea Steiner & Mariann Bühler

Beginn der Veranstaltung: 19.30 Uhr

Ort: Bodmanhaus in Gottlieben

Eintritt: CHF 15.- regulär // CHF 10.- Freunde des Bodmanhauses // CHF 5.- Ausbildung und KulturLegi

 

zvg
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