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Lifestyle
03.10.2021
12.10.2021 16:59 Uhr

Den eigenen Garten pflegen

Gartentherapeutin Ursi Hüther (rechts im Bild) erstellt mit Kindern und Eltern einen Wächter für den Garten. Bild: Manuela Olgiati
Fleissige Hände, strahlende Kinderaugen: Von Frühling bis Herbst haben Kinder begeistert am Kurs «Gartenkind» teilgenommen. Das Projekt bringt Kindern zwischen fünf und 12 Jahren das Gärtnern näher.

Säen, pflegen und ernten. Im grossen Garten von Ursi Hüther hat jedes Mädchen und jeder Bub sein eigenes kleines Beet. Anfang Oktober kommen rund ein Dutzend Kinder gemeinsam mit ihren Eltern zum Abschlussfest zum Hüüsere Hüsli in die Bonau. Ursi Hüther, die Organisatorin des Projektes Gartenkind ist Gartentherapeutin. Sie betreibt in Bonau einen Hofladen in einer ausgedienten Telefonkabine, im «Hüüsere Hüsli».

Einen Generationengarten anzulegen, das wollte Ursi Hüther schon immer. In diesem Frühling bot sie erstmals ein Projekt für Kinder von zwischen fünf und 12 Jahren an. Kaum ausgeschrieben, meldeten sich zahlreiche Kinder an. «Sogar ein Bub von einem modernen landwirtschaftlichen Betrieb ist dabei», sagt Ursi Hüther. Nun lernen die Kinder einen Biogarten aus eigenen Erfahrungen kennen. Das naturnahe Gärtnern ist der Gartentherapeutin sehr wichtig.

Ein Projekt von Bioterra

Das Projekt Gartenkind von Bioterra bietet eine Plattform für Kinder in der ganzen Schweiz, um sich aktiv am Gärtnern zu beteiligen. Die Gartenkinder erleben während ihrer Aktivitäten vor Ort, wie die Kreisläufe der Natur funktionieren und lernen die Zusammenhänge zwischen der Tier- und Pflanzenwelt und dem Menschen kennen.

Seit April kamen die Kinder jeden Mittwochnachmittag nach Bonau, um Gartenarbeiten zu erledigen. Jäten, säen, wässern, Pflanzen zurückschneiden sind einige Aufgaben. Zu Ursi Hüther Hofleben gehören auch ein Dutzend Hühner, die bereits auf die Kinder eingestellt sind. «Die Kinder fütterten bei jedem Besuch die Tiere», sagt Ursi Hüther. Das bereitete allen Freude.

Kinder erkennen die Naturgesetze rasch

«Auch bei den Gartenarbeiten lasse ich die Kinder gewähren», sagt Ursi Hüther. So merke ein Kind rasch, dass wenn der Samen zu tief in der Erde steckt, es länger dauern kann, bis sich das Grün einer Jungpflanze sehen lässt. Doch nun sind Fenchel, Bohnen, Tomaten und Kräuter geerntet. Es wurden auch Kräutersalze und -Tees für Zuhause produziert.

Die Gartenbeete sind nun fit für den Winter mit zwei sogenannten «Wächtern» gemacht. Die Kinder stellten nämlich gemeinsam mit den Eltern die zwei Vogelscheuchen «Kurt und Kira» aus Strohballen und alten Kleidern her. Diese zieren nun den Garten. «Auch die Sonnenblumen bleiben in der Erde», sagt ein Kind. Das ist Futter für die Vögel.

Die Organisatorin wusste, dass dieser Anlass Hunger und Durst gibt. Zur Stärkung standen Wurst vom Grill und selbstgebackene Kuchen zur Auswahl. Die Geschichtenerzählerin Sandra Tuor war mit Fantasiefiguren wie Kobold und König anwesend. Und mit auf den Heimweg erhielten die Gartenkinder ihre Diplome. 

Der nächste Frühling kommt bestimmt. Dann gibt es ein grosses Wiedersehen der Gartenkinder.

Manuela Olgiati