Die Fassung Pfütziacker in Etzwilen fördert Grundwasser, das wegen erhöhter Nitratkonzentrationen und Rückständen von Pflanzenschutzmitteln nicht unverdünnt genutzt wird. Nach der Bestimmung des Zuströmbereichs (siehe Kasten) trafen sich am «Runden Tisch» Vertreterinnen und Vertreter der Gemeinden Stein am Rhein und Wagenhausen, der betroffenen Grundeigentümer und Bewirtschafter, des Verbands Thurgauer Landwirtschaft, von Agroscope sowie der zuständigen Fachstellen der Kantone Schaffhausen und Thurgau. Unter der Leitung von Frank Burose vom Arenenberg wurden der aktuelle Stand und die nächsten Schritte diskutiert.
Nitratkonzentration senken
Die Gespräche verliefen konstruktiv, und in allen Punkten konnte ein Konsens erzielt werden. Eine Kerngruppe, bestehend aus Akteuren der beteiligten Kreise, wird nun ein Nitratprojekt nach dem Gewässerschutzgesetz erarbeiten. Ziel ist es, durch gezielte Massnahmen die Nitratkonzentration im Grundwasser unter den Wert von 25 mg/l zu senken. Während der Projektphase sind zudem die Sanierung des Drainagesystems, weitere Bodenbeprobungen und Grundwasseranalysen geplant, wobei bereits im vergangenen Jahr eine seither kontinuierlich aufzeichnende Nitratsonde installiert wurde.
Weil die Wasserqualität der Trinkwasserfassung Pfütziacker den gesetzlichen Vorgaben nicht genügte, wurde im September 2023 ein interkantonales Pilotprojekt zur Bezeichnung des Zuströmbereichs gestartet. Ein Zuströmbereich umfasst das Gebiet, aus dem rund 90 Prozent des Grundwassers einer Trinkwasserfassung stammen. Die Bezeichnung ist im Gewässerschutzgesetz vorgesehen, wenn das geförderte Wasser durch schwer abbaubare, mobile Schadstoffe - in diesem Fall Nitrat - verunreinigt ist. Die Trinkwasserfassung Pfütziacker liegt auf dem Boden der Thurgauer Gemeinde Wagenhausen, Eigentümerin ist jedoch die Schaffhauser Stadt Stein am Rhein. Um die gesetzlichen Vorgaben für Trinkwasser zu erfüllen, muss die Wasserversorgung Stein am Rhein beim Pumpwerk Pfütziacker Wasser aus anderen Fassungen beimischen. Das interkantonale Labor Schaffhausen und das Amt für Umwelt des Kantons Thurgau nahmen deshalb gemeinsam mit dem Landwirtschaftsamt Thurgau, den betroffenen Gemeinden und dem Verband Thurgauer Landwirtschaft die Arbeiten für die Ausschreibung des Zuströmbereichs auf. Im Herbst 2023 wurden fünf Grundwassermessstellen in Betrieb genommen, um während eines Jahres kontinuierlich Grundwasserspiegel zu messen und regelmässige Analysen durchzuführen. Zudem wurden Quellen, Drainagesysteme und Oberflächengewässer in der Umgebung beprobt. Die gesammelten Daten ermöglichten die Erstellung eines numerischen Grundwassermodells. Die Ergebnisse wurden an einer Informationsveranstaltung mit den betroffenen Grundeigentümern und Bewirtschaftern diskutiert. Um die hohen Nitratwerte zu senken, wird nun in Zusammenarbeit mit dem Arenenberg ein Projekt zur Nitratreduktion ausgearbeitet.